Dörren: Selbstgemachtes Trockenobst ganz einfach

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Im Oktober hatten unsere Kinder im Kindergarten ein Apfelprojekt, bei dem sie ganz viel mit Äpfeln machen durften. Sie haben sie gepflückt, geschnitten (natürlich mit Hilfe), Saft gepresst, Kuchen gebacken und sogar in einem Dörrautomat getrocknet. Die Kinder waren total begeistert und da unsere beiden sowieso total verrückt sind nach getrockneter Mango, habe ich mich mal näher mit dem Thema Dörren auseinandergesetzt.

Warum ein Dörrautomat?

Dörren 009Da wir in einem Dorf leben und dort viele eigenes Obst im Garten anbauen, hatten wir dieses Jahr viele Äpfel geschenkt bekommen. Unsere Kinder lieben zwar Äpfel, aber so viele konnten wir dann doch nicht alle essen. Und da unsere Kinder im Kindergarten die Äpfel gedörrt hatten, habe ich mich damit einmal befasst. Man kann Obst ganz einfach an der Luft trocknen, wenn es sehr warm (über 30°C) und trocken ist, was zu dieser Jahreszeit allerdings eher ausfällt. Aber auch im Backofen kann man Dörrobst selbst machen (bei ca. 50°C und einen Spalt geöffnet lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann). Das benötigt dann zwar etwas mehr Energie, aber man spart sich die Anschaffungskosten für einen Dörrautomaten. Dann gibt es aber auch noch spezielle Dörrautomaten. Die Günstigsten (meistens sind das solche runde) gibt es bereits für ca. 30 Euro. Eckige Modelle ab ca. 50 Euro.

Wir haben uns für den Klarstein Fruit Jerky Plus 6 entschieden*

Warum ausgerechnet dieses Modell?

Dörren 003.jpgDieser hat knapp 130 Euro gekostet, aber verschiedene Vorteile gegenüber den günstigeren Modellen. Mir war wichtig, dass er eckig ist und nicht rund. Außerdem wollte ich einen, bei dem die einzelnen Etage nicht aufeinander gestapelt werden, sondern die einzelnen Gitter jederzeit entnommen werden können, ohne die anderen abzuheben (da gab es die günstigsten dann ab knapp 100 Euro). Nachdem uns der Fruit Jerky Plus 6 von Klarstein dann am ehesten zugesagt hat (eckig, einzeln herausnehmbare Gitter, Auffangschale am Boden, geeignet für Fleisch, Gebläse an der Rückseite statt von unten nach oben, einstellbare Temperatur und Zeit mit Abschaltautomatik usw.) und mit 130 Euro auch vergleichsweise günstig war, haben wir diesen dann bestellt.

Erste Versuche

Dörren 004.jpgAls unser Dörrautomat angekommen war, haben wir auch direkt losgelegt. Äpfel, Bananen, Paprika und (auf Wunsch meiner Tochter) Gurken geschnippelt und den Dörrautomaten bestückt. Die Temperatur hatten wir auf 50°C eingestellt (bei unserem Modell kann man in Fünferschritten Temperaturen von 35 bis 70°C einstellen) und die Zeit auf zehn Stunden. Am nächsten Tag sind unsere Kinder dann als erstes zum Dörrautomaten geflitzt und haben sich gefreut wie die Schneekönige. Bis auf die Gurken (die haben uns nicht wirklich geschmeckt) war der erste Test mehr als erfolgreich und wir haben direkt noch weiteres Obst für den nächsten Einsatz gekauft.

Erstes Fazit

Ein paar Experimente haben wir jetzt hinter uns und es macht richtig Spaß. Wir haben inzwischen auch noch Kaki getrocknet und Tomaten. Bei Bananen empfiehlt es sich, die einzelnen Scheibchen kurz in Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft zu baden und trocken zu tupfen, bevor sie gedörrt werden. Dann werden sie nicht so braun. Auch bei den Äpfeln kann man das machen, aber auch ohne geht es natürlich. Die Tomaten brauchen relativ lange, bis sie ganz trocken sind und werden dann richtig knusprig.

Was bringt Dörren?

Dörren 002Allgemein schmecken die gedörrten Lebensmittel sehr viel intensiver als im Rohzustand. Sie verlieren ja sehr viel Wasser, wodurch der Geschmack richtig konzentriert wird. Lebensmittel, die normalerweise nur eine leichte Säure haben, können dann richtig sauer schmecken. Man kann eigentlich so ziemlich alles dörren und es dadurch haltbarer machen. Ich habe sogar gelesen, dass manche auf diese Weise Joghurt „dörren“ und so Joghurtdrops herstellen. Dieses Experiment steht aber noch aus. Das Herumexperimentieren macht richtig Spaß. Der Begriff „jerky“ steht für Dörrfleisch bzw. Trockenfleisch. Einige werden sicher Beef Jerky kennen. Auch dieses kann man mit dem Dörrautomaten selbst herstellen. Früher machte man das, um Fleisch und andere Lebensmittel länger haltbar zu machen. Durch das Trocknen verlieren die Lebensmittel Feuchtigkeit verderben nicht so schnell. Dörren 007Aber auch der Gewichtsverlust durch das Dörren ist beeindruckend. Von 3 Kilo Äpfeln blieb nach dem Dörren (wir haben sie außerdem entkernt und geschält) nur noch ca. 200g getrocknete Äpfel übrig. Wer gerne unterwegs ist und Rucksacktouren mag, der weiß solch leichte Lebensmittel sicher zu schätzen. Wasser sollte man natürlich dann trotzdem ausreichend dabei haben und viel trinken. Beim Dörren werden zudem die Nährstoffe und sogar die Vitamine erhalten (das wusste ich vorher zum Beispiel auch nicht).

Meine Empfehlung

Dörren macht richtig Spaß und ist für uns weit mehr, als einfaches Haltbar machen von Lebensmitteln. Wir haben heutzutage den Luxus so ziemlich jederzeit alles zu kaufen, was wir brauchen oder wünschen. Das Haltbar machen ist daher eher weniger interessant. Aber es macht einfach Spaß, ist für die Kinder interessant und es ist spannend zu sehen, wie sich der Geschmack von Lebensmitteln verändert. Auch die Möglichkeiten sind sehr schön und so kann man zum Beispiel auch Gewürzpulver (für Gemüsebrühe, Pilzpulver usw.) selbst herstellen (einfach kleinschneiden, gut durchtrocknen und anschließend in einer Gewürzmühle oder Kaffeemühle* zu Pulver verarbeiten).

Dörren 001

Irgendwie ist der Beitrag jetzt doch (mal wieder) etwas länger geworden als geplant ^^‘

Wie ist das bei Euch?

Kanntet Ihr dieses Verfahren schon?

Oder dörrt Ihr vielleicht sogar selbst?

Ich freue mich auf Eure Kommentare =^_^=

Zuerst gebloggt auf www.bloggerbienchen.net

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12 Gedanken zu “Dörren: Selbstgemachtes Trockenobst ganz einfach

  1. Dörren ist eins der Dinge, die ich noch probieren will. Gerade der intensivere Geschmack reizt mich, da man die gedörrten Lebensmittel ja auch weiterverarbeiten kann (zum Beispiel pürieren und einer Creme oder einer Sauce hinzufügen).
    Spannend!

    Gefällt 1 Person

    • Ich bin auch total begeistert, was man damit so alles machen kann. Hatte mich da vorher nie befasst und wäre wohl ohne das Apfelprojekt im Kindergarten auch nicht so schnell auf die Idee gekommen, mir so ein Teil anzuschaffen ^^
      Ist aber wirklich sehr vielseitig. Einige machen damit Leckerlis für ihre Tiere, andere stellen Gemüsebrühe oder Würzmischungen her oder machen komplette Instant Gerichte für Camping und Sowas.
      Gibt auch noch einiges, was ich ausprobieren will =^_^=

      Gefällt 1 Person

    • Hallo Susi
      Vielen Dank für das Lob ^.^
      Ja, mir ist die Auswahl auch sehr schwergefallen. Es gibt so viele verschiedene und ich hasse Entscheidungen ^^ Aber so ein paar Vorstellungen hatte ich und da wir mit Klarstein gute Erfahrungen gemacht haben, wurde es dann dieses Modell 🙂
      Für den Anfang reicht aber zur Not auch der Backofen oder sogar die Heizung aus (da einfach die Obstscheiben auf Backpapier auf der warmen Heizung trocknen). Heizung dauert natürlich etwas länger.
      Liebe Grüße,
      Melanie =^_^=

      Gefällt 1 Person

  2. Hej 🙂
    Ich will das Dörren auch demnächst mal ausprobieren. Wahrscheinlich auch dafür, um mir selbst eine Müsli Mischung mit Obst zu machen. Allerdings werde ich das Ganze erst einmal im Backofen testen. Zum einen, weil ich einen Automat dafür nicht genügend nutzen würde, dass es sich lohnt und zum anderen, weil ich gar nicht wüsste, wo ich den hinstellen sollte 😀
    Aber ich bin mal gespannt was daraus wird
    Liebe Grüße, Finnja

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Finnja

      Ja, am Anfang reicht der Backofen natürlich auch aus. Je nach Dörrgut bei 50°C (manche vertragen auch etwas mehr, aber über 70°C eher nicht) in den Ofen und ganz wichtig ist, dass ein Spalt offenbleibt (Kochlöffelstil in die Tür klemmen). Dadurch kann dann die Luftfeuchtigkeit entweichen. Jetzt, wo es kälter wird, kannst du einiges auch einfach auf der Heizung trocknen (dauert dann eben etwas länger). Wenn man mehr möchte, kann man sich ja später immer noch einen richtigen Dörrautomat kaufen.
      Bei uns war das mit der Heizung leider nicht machbar (die Kinder hätten das alles direkt weggefuttert) und an den Backofen hatte ich ehrlich gesagt vorher gar nicht gedacht ^^‘
      Wenn dich das Thema näher interessiert und du bei Facebook bist, schau dich doch dort mal in den Gruppen um. Da erfährt man auch sehr viel über das Thema (und nicht jeder in den Gruppen hat einen Dörrautomaten und trotzdem klappt es).

      Liebe Grüße,
      Melanie =^_^=

      Gefällt 1 Person

      • Das mit der Heizung würde bei mir wohl auch her schwierig werden, weil unsere Wohnung so liegt, dass wir nicht so super viel heizen müssen (was ja eigentlich auch richtig gut ist :D)

        Das mit Facebook ist ein guter Tipp, ich schau mal, was ich da so finden kann. 🙂

        Gefällt 1 Person

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